Entstehung

 

Wir wissen nicht, ob es anderen auch so erging, dass in Unterhaltungen über Antennen 

auch gerne über die Serie „Streifzug durch den Antennenwald“ gesprochen wurde. Aber diese war nicht einfach ein Buch, was man zum Nachschlagen zur Hand nehmen konnte, sondern so rund um die 50 Hefte der CQ-DL aus den Jahren 1978 bis 1986. So entstand in uns der Wunsch, irgendwie mal alles zusammen zu fassen. Seinerzeit (Anfang der 90-er-Jahre) dachten wir an Fotokopieren. Wir hatten damit angefangen, aber es machte irgendwo nicht so richtig Sinn und wir schoben das Vorhaben zunächst einmal auf die Lange Bank. Im Jahre 2004 griffen wir die Idee wieder aufund beschlossen, die Beiträge zeitgemäß ab zu scannen. Ursprünglich war die Zusammenfassung zur Nutzung zum Eigenbedarf und eben für all diejenigen, die sich dafür interessierten, gedacht. Aber es sprach sich herum und so erhielten wir immer mehr Nachfrage.

 

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Nun erschien da, mal so eben wie öfters in unserer Clubzeitung, ein Beitrag eines Mitgliedes.

Wer den Beitrag einigermaßen aufmerksam gelesen hatte, stellte fest, dass es eine oder mehrere Fortsetzungen geben sollte. Und die kamen auch. In losen Abständen. Und über Jahre. Und es gesellten sich noch Beiträge des gleichen Themas von anderen Mitgliedern hinzu. Und wir glauben, für die meisten Leser war es mittlerweile Normalität geworden. Und wir glauben, dass es seinerzeit kaum jemandem so richtig bewusst geworden war, dass diese Epoche eine historische war. Oder gab es irgendwann später (es ist immerhin schon fast 30 Jahre her) Vergleichbares?  Wir glauben, dies konnte einem auch erst im Nachhinein bewusst werden, wenn man sich mal zurück besonnen hatte, mal den Überblick bekommen hatte. Aber Hand aufs Herz, wer hat sich denn noch einmal alles herausgesucht und alles durchgelesen? 

 

Wir merkten in vielen Unterhaltungen, wie die Gesprächspartner schnell Feuer für dieses Thema fingen, egal ob ältere OM’s , welche die Zeit mit erlebt hatten, oder auch jüngere OM’s, welche gar nichts von dieser Zeit wussten. Und so etwas Interessantes sollte einfach so in der Vergangenheit versumpfen, in Vergessenheit geraten ? Und wir fanden es schade, dass die Erkenntnisse aus dieser Zeit so wenig lebendige Gegenwart waren. Das konnte nicht sein! So versprachen wir manchem Gesprächspartner, dass wir „dass mal raus suchen und ihnen zum Lesen geben  wolle“. Ein Versprechen, welches wir bis dahin nicht eingelöst hatten und eine Art der Verzweiflung: wie nur kann diese Epoche von den älteren OM’s noch einmal bewusst durchlebt werden und wie kann sie den jüngeren OM’s und der Nachwelt erhalten bleiben?  Es sollte solange nicht ruhen, bis es vollbracht war...

 

 

 

 

Danke!

 

Habt Ihr eine  Vorstellung, wie viel Zeit man benötigt, um einen durchschnittlichen Beitrag,

zum Beispiel  ein Bastelprojekt, welches etwa 2 Seiten in der Clubzeitschrift füllen soll, zu

schreiben?  Wir schätze einfach einmal ca. 40 Stunden, also eine Arbeitswoche mit

Vorbereitung des Bastelprojektes, Text, Fotos, Graphiken usw., alles mehrmals schreiben, bis es stimmt, mehrmalige  Rückfragen bei der Redaktion usw.. Geübte Schreiber etwas weniger, wer es zum ersten mal macht, vielleicht viel länger. Da  aber kaum jemand dafür extra Urlaub nehmen kann, zieht sich die Arbeit über Wochen, vielleicht Monate hin, bis der Beitrag fertig ist (Familie ist meistens auch noch da). Und da gibt es einen Dipl.-Ing. Günter Schwarzbeck, DL1BU, welcher im Laufe von 20 Jahren über 300 Seiten veröffentlicht hat! Und das meiste davon waren zeitaufwändige Antennentests, dazu noch bei jedem Wind und Wetter und komplizierte Gerätetests und Beschreibungen.  Und trotz einer eigenen Firma für Präzisions-Messtechnik. Und trotz Familie. Günter ist zwar ein geübter Schreiber, aber dafür beanspruchten die Tests umso mehr Zeit. Also:  bleiben wir bei den 40 Stunden für 2 Seiten Bericht. Dann sind es für seine 300 Seiten  6.000 Stunden oder 150 Arbeitswochen oder fast 3 Arbeitsjahre.   ---  An dieser Stelle kann man einfach nur inne halten, sich dessen bewusst werden und auch mal nach denken, ob man selber zu einer solchen Leistung, einem solch großen Opfer bereit wäre oder wen es noch im Amateurfunk gibt, der so etwas vollbracht hat. Wir danken Günter für seine Berichte, welche einem von Grund auf, leicht verständlich und sehr spannend in die Themen einführen. Aus Anlass dieser Zusammenfassung lernten wir  Günter kennen und es ist uns eine Große Freude, Kontakt mit ihm und seiner Familie haben zu können.

 

Natürlich danken wir auch allen anderen Autoren für ihre interessanten und ergänzenden Berichte zu diesem Thema. Lange Zeit begleitete eine Serie mit einem ebenfalls einprägsamen Titel „DX-Antennen mit spiegelnden Flächen“ von Hans Würtz, DL2FA, mit welchem wir mittlerweile auch wieder Kontakt  hatten, den „Streifzug“. Hans hat es nicht mehr lange bis zum „Berufsfunkerleben“ und hat noch Unmengen Antennentests aus seiner „wilden Zeit“ auf dem Dachboden liegen. Lassen wir uns überraschen, ob Hans uns in den kommenden Jahren wissen lassen wird, was damals dabei heraus gekommen ist.

 

Danke auch an Alois Krischke, DJ0TR/OE8AK, dem jetzigen Herausgeber des weltweit

bekannten Antennenbuches „Rothammel“ (http://www.antennenbuch.de/). Alois hat uns bereits geholfen noch einige Beiträge aus der cq-DL und der QRV nach zutragen. Außerdem steht er mit Sympathie hinter der Serie „Streifzug durch den Antennenwald“ und sieht dies Projekt nicht im Wettbewerb zu „seinem“ Rothammel.  Ein großer Ham!

 

Vielen Dank an Harry Radke, DB2HR Leiter des DARC-Verlag. Im verdanken wir den günstigen Preis für die CD-Rom.

 

Ein ganz wichtiges Instrument unserer Zeit und für das Antennenwald-Projekt ein unerlässliches Hilfsmittel ist unsere Homepage www.antennenstreifzug.de. Ohne Stephan, DL7FOS  stünden wir ganz schön hilflos da. Stephan hat uns bisher äußerst flexibel und immer schnell zu Diensten gestanden.

 

Vielen Dank an Walfried Sommer, DJ2UT/AK4UT, dem Hersteller der traplosen Multibandbeams, welche mit nur einem Koaxkabel versorgt werden brauchen (siehe auch Link). Mit Walfried (sein Funkkürzel Alf) stehe ich in sehr nettem Kontakt. Dadurch erhielt ich Informationen und Antworten auf einige Fragen zu dem damaligen Rechtstreit. Einiges davon ist auf der Zusammenstellung wiedergegeben. Damit erhält die Amateurfunkwelt erstmals seit der damaligen Zeit neue Information.

 

Ein weiterer, sehr netter Kontakt entstand mit Karl H. Hille, DL1VU, Antennenbuchautor und Südseebegeisterter DX-er.  Karl hofft, dass seine Artikel aus der ehemaligen Zeitschrift „funk“ auch mal als Zusammenfassung erscheinen werden. Die Rechte liegen derzeit beim Verlag der Zeitschrift „Funkamateur“.

 

Ebenso freuen wir uns über das Kennenlernen mit Prof. Dipl.-Ing. Gerd Janzen, DF6SJ.

Gerd hat 3 sehr lesenswerte Antennenbücher geschrieben und steht ebenfalls wohlwollend hinter dem „Streifzug durch den Antennenwald“.

DL1BU

 

Diese Epoche von Antennenberichten und Gerätetests ist nur durch einen unglaublich riesengroßen und vollkommen selbstlosen Einsatz von Günter Schwarzbeck, DL1BU entstanden.

 

Günter hatte Anfang der 50-er-Jahre seine Firma gegründet. Seine Leidenschaft als Radiobastler und aktiver Funker (mit allen damaligen Risiken) begann bereits in früher Jugend, bewahrte sich in Krieg und Gefangenschaft und es war vorgegeben, was er einmal beruflich tun sollte. So entstand seine Fabrik für Präzisions-Messtechnik, wozu auch Spezialantennen bis in den hohen GHz-Bereich gehörten. Günter entwickelte und lieferte Messtechnik in alle Welt. Zu seinen Kunden gehörten die Deutsche Bundespost, das FTZ, die RegTP, ja er belieferte sogar sehr bekannte Mitbewerber, welche seine Produkte unter ihrem Namen vertrieben. Wir lernten Günter als einen genialen Techniker kennen, welcher ein Problem bzw. einen Bedarf erkannte, sofort eine Lösung dafür parat hatte und diese nur noch in die Tat umsetzen brauchte. Und das muss ihm anscheinend leicht und schnell von der Hand gegangenen sein. Heute wird seine Firma von seinen 2 Harmonischen weiter geführt (http://www.schwarzbeck.de). Günter ist aber, wenn irgend möglich, noch mit dabei.

 

Nun hatte Günter auch noch eine Familie. Seine XYL arbeitete im Betrieb mit. Das Familienleben  war sehr eingeschränkt. Und trotz alle dem opferte er über 20 Jahre lang beispiellos viel Zeit und Einsatz für seine Beiträge. Günter veränderte die Welt des Amateurfunks, weil er es schaffte, dass der Missbrauch von falschen technischen Angaben, gerade bei Antennen, seit dem weitgehend ausgeblieben ist. Jedoch damit nicht genug. Für jeden der damals über 50.000 Mitglieder des DARC war es wie ein Sechser im Lotto, dass Günter das Amt des Technischen Referenten des DARC übernahm und auch dafür nochmals zusätzlich Zeit  opferte. Die Clubzeitschrift CQ-DL erreichte in dieser Zeit weltweit ihr höchstes Ansehen. Günter erhielt von Mitgliedern stapelweise technische Anfragen, die er ausnahmslos alle geduldig beantwortete.  Es verging kein Tag, an dem ihn nicht Funkamateure telefonisch um Rat fragten. Für alle nahm er sich Zeit. Es verging keine Woche, in welcher Günter nicht von Funkamateuren aus Nah und Fern aufgesucht wurde. Alle waren bei ihm und seiner XYL willkommen.

 

 

 

DJ2UT

 

Bedingt durch die Zusammenfassung des „Streifzug durch den Antennenwald“ bekamen wir Kontakt zu Walfried Sommer, DJ2UT/AK4UT.  Walfried baut in Florida nach wie vor seine Antennen, welche, so sagt er, bei Amateuren und aber besonders auch bei kommerziellen Funkdiensten bekannt und beliebt sind.

Als Walfried hörte, dass in Deutschland eine Zusammenfassung der Serie „Streifzug durch den Antennenwald“ vertrieben wird, war er zunächst beunruhigt.

Walfried erzählte uns von früher: durch den Rechtstreit, welcher ausgelöst worden ist durch

eine Veröffentlichung in der Serie „Streifzug durch den Antennenwald“ in der CQ-DL mit sehr schlechtem Messergebnis seiner Antenne wurde ihm die Existenzgrundlage in Europa entzogen und er musste sich in den USA sein Geschäft neu aufbauen.

Und er wolle nun vermeiden, dass die wiederholten Veröffentlichungen seine Antennen abermals in falsches Licht stellen. Darauf hin sind wir mit Walfried übereingekommen, dass 

er Informationen und Unterlagen zur Verfügung stellt, an Hand welcher der interessierte Leser weitere Möglichkeiten haben könnte, sich selber eine Meinung bilden zu können.

 

 

Frieden im Antennenwald

 

Der Rechtstreit zwischen Walfried Sommer DJ2UT auf der einen und dem DARC und

Günter Schwarzbeck, DL1BU  auf der anderen Seite hat seine Schatten über die Epoche „Streifzug durch den Antennenwald“ geworfen. Darunter leiden nicht nur die beiden Parteien bis heute, sondern damals wie heute auch die an der Sache interessierte Amateurfunkgemeinde.

 

Vielleicht kann diese Plattform eine neue, konstruktive Diskussion entfachen und dadurch mithelfen, die Pole etwas zu neutralisieren. Dies geht aber nur ohne aggressive Emotionen. Also wer da glaubt, hier gibt es einen offenen Schlagabtausch, der sei von vornherein enttäuscht. Es wird keine späte Rache geben! Dafür haben wir diese Sache nicht ins Leben gerufen und wir werden stets darüber wachen, dass die Ham-Spirit-Regeln „Rücksicht, Höflichkeit und Hilfsbereitschaft“ eingehalten werden. Sollte eine Diskussion entstehen, dann steht sie unter dem Motto „Frieden im Antennenwald“.

 

 

Martin Pfaff, DL9FCL

Thomas Brendel, DL9YDH